Wie verteidigungsbereit sind Deutschland und Europa? Podiumsgespräch zu aktuellen Sicherheitsfragen
Am 12. Mai 2026 diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Bundeswehr beim Podiumsgespräch „Sicherheit im Wandel: Wie verteidigungsbereit sind Deutschland und Europa?“ über die aktuellen Herausforderungen europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse: Rund 80 Gäste nahmen vor Ort teil, weitere 78 verfolgten die Diskussion online.
Auf dem Podium diskutierten Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann MdEP, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament (online zugeschaltet), Dr. Nils Schmid MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Kapitän zur See Michael Giss, Landeskommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, sowie Prof. Dr. Andreas Hasenclever vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sebastian Hoch von Pulse of Europe Stuttgart.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die sicherheitspolitischen Veränderungen in Europa und die Frage, wie Deutschland und die EU auf die aktuellen geopolitischen Entwicklungen reagieren können. Themen waren unter anderem die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, die Bedeutung glaubwürdiger Abschreckung sowie die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen Sicherheitslage. Ein besonderer Fokus lag auf der europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik. Dabei diskutierten die Teilnehmenden den möglichen Aufbau einer europäischen Verteidigungsunion, gemeinsame Beschaffungsstrategien und die Herausforderung, die Interessen von 27 Mitgliedstaaten zu bündeln. Zugleich wurde die NATO als zentrales Fundament der europäischen Verteidigung hervorgehoben.
Auch das Konzept der Gesamtverteidigung spielte eine zentrale Rolle – von der Unterstützung der NATO-Ostflanke über die Stärkung der zivilen Resilienz bis hin zum Schutz demokratischer Werte und Institutionen. Dabei stellte sich die Frage, wie Gesellschaften mit Bedrohungen umgehen können, ohne in Unsicherheit oder Angst zu verharren. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann hob die Bedeutung des offenen Dialogs und der Verteidigung gemeinsamer Werte hervor. Prof. Dr. Andreas Hasenclever betonte, dass demokratische Gesellschaften Krisen bewältigen müssen, ohne ihre demokratischen Grundlagen preiszugeben.
Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der vhs Stuttgart und Pulse of Europe im Rahmen der Reihe „Zukunftsfragen in Gesellschaft und Politik: Zivilschutz, Verteidigung und Klimaschutz im Fokus“ der Volkshochschulen Freiburg, Stuttgart und Ulm statt.
Das EUROPE DIRECT Stuttgart dankt der vhs Stuttgart und Pulse of Europe für die gelungene Zusammenarbeit sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse und die engagierte Diskussion.
Bilder: EUROPE DIRECT Stuttgart

