Rede zur Lage der Europäischen Union 2025
Europa im Blick - Rede zur Lage der Europäischen Union
Am 10. September 2025 hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Rede zur Lage der Europäischen Union vor dem Europäischen Parlament gehalten und die zukünftigen Ziele und Prioritäten vorgestellt, mit denen die Europäische Kommission den Herausforderungen begegnen will.
In Kooperation mit der Kommissionsvertretung in München, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart hat das EUROPE DIRECT Stuttgart die Rede live begleitet und in einer anschließenden Podiumsdiskussion die unmittelbaren Reaktionen von den folgenden Expert*innen aus der Region eingefangen: Rainer Wieland - Vorsitzender des Verband Region Stuttgart, Edith Strassacker - Vizepräsidentin der IHK Region Stuttgart sowie Prof. Dr. Annegret Eppler von der Hochschule Kehl und Kai Holoch - Redakteur "Entscheider/Institutionen" bei der Stuttgarter Zeitung.
In der Rede selbst verdeutlicht die Kommissionspräsidentin zu Beginn, dass Europa sich aktuell im Kampf der Verteidigung seiner Grundwerte, Demokratie und Frieden, befindet. Dabei appelliert sie an die Notwendigkeit eines unabhängigen Europas, das, ausgehend von seiner Stärke, seine Rolle in der Welt behauptet. Von der Leyen widmet dem Krieg in der Ukraine eine zentrale Rolle in ihrer Ansprache, indem sie den Ukrainer*innen weitere Unterstützung durch das neue Programm Qualitative Military Edge zusagt und einen Gipfel zur Rückholung entführter ukrainischer Kinder einberufen will. Die Reaktion der Teilnehmenden fiel diesbezüglich sehr positiv aus, da sie die Anteilnahme am Leid der Ukraine sowie die zugesagte Unterstützung sehr befürworten. Ebenso die abwechslungsreiche Gestaltung der Rede durch Rückbesinnung auf die eigene Stärke der Europäischen Union sowie die Einbeziehung emotionaler Komponenten im Kontext des Ukraine-Krieges bewerteten die Expert*innen der Podiumsdiskussion als sehr authentisch. Eine Priorität der Europäischen Kommission werden zukünftig Investitionen in gemeinsame Verteidigungsprojekte sein, um die Grenzen Europas zu schützen. Im weiteren Verlauf ihrer Rede verkündete die Kommissionspräsidentin die Aussetzung der bilateralen Unterstützung Israels und eine teilweise Aussetzung des Assoziierungsabkommens beim Handel sowie weitere humanitäre Hilfen im Gazastreifen.
Mit dem Competitivness compass begann die Kommission das Jahr. Diesbezüglich kündigte von der Leyen an, dass der Fonds für Wettbewerbsfähigkeit sowie die Mittel für Forschungs- und Innovationsprogramme deutlich erhöht werden sollen, um mehr in Digitales und Clean Tech investieren zu können. So stellte die Kommission den Industrial Accelerator Act vor, um den Energiesektor nachhaltig und in Einklang mit den Klimazielen auszubauen, was ein unabhängiges, autarkes Europa ermöglicht. Unsere Expert*innen auf dem Podium kritisierten, dass keine konkreten Finanzierungs- und Verwaltungspläne dieser Programme dargelegt wurden. Die Positionierung des Themas gegen Ende der Rede wurde außerdem als unvorteilhaft beurteilt, da dadurch die Thematik an Bedeutung verliere. Es fehle an Transparenz und Details zur genauen Umsetzung einer zukünftigen Energieneutralität, so das Podium. Gleichermaßen bedauerten sie, dass die Thematik eines dringend notwendigen Bürokratieabbaus zu wenig thematisiert wurde.
Die zuletzt angekündigte Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzip wurde begrüßt, da dies die Handlungsunfähigkeit der EU erhöhen würde. Aus dieser ginge ja mitunter die vorhandene Abhängigkeit von den USA aus, mit denen ein nicht zufriedenstellender Zolldeal verhandelt wurde.
In der Rede zur Lage der Union wurden sehr viele Themen angesprochen, da auch die Herausforderungen zahlreich sind, wie etwa Migration, Armutsbekämpfung, bezahlbarer Wohnraum, Demokratie und Desinformation v.a. durch Social Media. Das Podium war sich einig, dass durch die Vielzahl der Fokus verloren ginge.
Die ganze Rede kann hier angeschaut oder hier gelesen werden. Ein ausführliches Dokument zur Rede liegt hier hier vor.

