SOTEU 2026: Liveübertragung in Stuttgart mit Diskussion
Am 16. September 2026 hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Rede zur Lage der Europäischen Union vor dem Europäischen Parlament gehalten und die zukünftigen Ziele und Prioritäten vorgestellt, mit denen die Europäische Kommission den Herausforderungen begegnen will.
In Kooperation mit der Kommissionsvertretung in München, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart hat das EUROPE DIRECT Stuttgart die Rede live begleitet und in einer anschließenden Podiumsdiskussion die unmittelbaren Reaktionen von den folgenden Expert:innen aus der Region eingefangen: Florian Ziegenbalg (Leiter Referat für Europapolitik und Grundsatzfragen Europa, Staatsministerium Baden-Württemberg), Edith Strassacker (Vizepräsidentin der IHK Region Stuttgart), Prof. Dr. Jan Bergmann (Richter und Professor für Europarecht) und Nils Heck (Vorstandsvorsitzender Young Founders Network).
In der Rede selbst verdeutlichte die Kommissionspräsidentin zu Beginn, dass Europa noch immer seine Grundwerte, Demokratie und Frieden verteidige. Dabei appellierte sie an die Notwendigkeit eines unabhängigen Europas, das seine Rolle in der Welt behaupten müsse und könne. In ihrer diesjährigen Ansprache streifte Ursula von der Leyen durch die gesamte Vielfalt der europäischen Politikfelder – von Miete über Wasser und Verteidigung bis hin zum Kinderschutz im digitalen Raum. Wenngleich jedes einzelne Thema wichtig und jedes Ziel der EU Kommission zu unterstützen seien, so stellten die Podiumsteilnehmer doch fest, dass aus der Rede keine klaren Prioritäten zu erkennen waren und der rote Faden gefehlt habe. Aus Sicht von Unternehmen und Start-Ups habe ein klares Zeichen gefehlt. Die Ausführungen der Kommissionspräsidentin blieben weitestgehend sehr allgemein, sodass bei den meisten Themen die Fragen blieben, wie die EU Kommission nun konkret die genannten Ziele angehen wolle. Zwei Beispiele seien herausgegriffen: Zum einen die Assoziierung Kanadas – die sicherlich geopolitisch sinnvoll klingt, aber für die es keine rechtlichen Rahmenbedingungen gäbe – sowie der Vorstoß eines gestaffelten Social Media Verbots für Minderjährige, auf dessen rechtliche und technische Umsetzung man gespannt sein dürfe.
Festzuhalten bleibt, dass die in der Rede formulierten Ansprüche sehr hoch lagen. Doch das Podium war sich einig, dass durch die fehlende Priorisierung und kaum erkennbare konkrete Schritte die Erwartungen gedämpft werden müssten.
Die ganze Rede kann hier angeschaut oder hier gelesen werden.
Bilder Europa Zentrum Baden-Württemberg

