Europa gelebt beim Trinationalen Jugendforum in Basel!
Beim trinationalen Jugendforum der AG Jugend der Oberrheinkonferenz 2025 kamen am 22. November rund 60 Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Basler Rathaus zusammen, um eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie kann ein grenzüberschreitender Jugendrat aussehen, der echte Mitwirkung ermöglicht?
In vier gemischten Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer:innen eigene Modelle – und zeigten eindrucksvoll, wie klar ihre politischen Vorstellungen bereits sind. Nach Grußworten von Matthias Ackermann, Vizepräsident des Oberrheinrats, Dr. Stefan Schubert und Udo Wenzl für das Europa Zentrum Baden-Württemberg und Dr. Manuel Friesecke von der Regio Basiliensis ging es direkt in die Workshopphase. Dabei stand zunächst die Frage im Vordergrund, wie Jugendbeteiligung in der Region funktionieren kann. Bevor die Ergebnisse präsentiert wurden, sprach noch der Regierungspräsident des Kanton Basel Stadt Conradin Cramer zu den jungen Erwachsenen und betonte, wie wichtig politisches Engagement gerade in jungen Jahren ist.
Die Ergebnispräsentationen zeugten durchweg von der politischen Reife und Kreativität der Teilnehmer:innen: Ein Teil der Jugendlichen orientierte sich dabei eng an der Struktur des Oberrheinrats: feste Sitzungsperioden, klar verteilte Mandate und eine starke institutionelle Anbindung. Andere Gruppen schlugen ein eigenständiges Gremium vor, das mehrmals im Jahr tagen und ein verbindliches Stimmrecht in den politischen Gremien des Oberrheins erhalten sollte. Trotz unterschiedlicher Architekturideen wurden drei Punkte überall als unverzichtbar hervorgehoben: Stimmrecht, stabile und transparente Strukturen sowie digitale Sitzungsformate, die grenzüberschreitende Beteiligung erleichtern.
Besonders intensiv diskutierten die Jugendlichen Fragen der Repräsentation. Geschlechterparität, eine faire Verteilung der Sitze zwischen den drei Ländern und die Sicherung parteipolitischer Unabhängigkeit wurden wiederholt thematisiert. Auffällig war dabei der gemeinsame Wille, ein Gremium zu schaffen, das wirklich arbeitsfähig, inklusiv und demokratisch legitimiert ist.
Am Ende stand ein deutliches Signal: 54 Ja-Stimmen, nur eine Nein-Stimme und drei Enthaltungen – ein klares Mandat für die Einrichtung eines Jugendrats am Oberrhein. Die Oberrheinkonferenz hat angekündigt, die Vorschläge der Jugendlichen weiter aufzugreifen und in den politischen Prozess einzubringen. Damit endet das Forum nicht als loses Diskussionsformat, sondern markiert einen wichtigen Schritt hin zu dauerhafter Jugendbeteiligung in der Großregion.
Das Projekt „Europa – gelebt am Oberrhein / L’Europe – vécue dans le Rhin supérieur“ war als aktiver Mitorganisator eng eingebunden. Stefan Schubert und Udo Wenzl gestalteten Workshopeinheiten und begleiteten die Jugendlichen dabei, ihre Ideen zu entwickeln und in klare politische Forderungen zu übersetzen. Ihre Arbeit trug maßgeblich dazu bei, dass die jungen Teilnehmer:innen ihre Vision eines Jugendrats strukturiert und selbstbewusst formulieren konnten.
Wir danken der Baden-Württemberg Stiftung, die „Europa – gelebt am Oberrhein“ im Rahmen der Programmlinie Nouveaux Horizons fördert. Ebenso danken wir allen Jugendlichen vom Oberrhein, die eindrucksvoll gezeigt haben, wie lebendig europäische Demokratie sein kann, wenn junge Menschen ernsthaft beteiligt werden.
Bilder: Europa Zentrum Baden-Württemberg

