Zweites Webinar im Projekt Becoming EU-ropean
"Between Fatigue and Pragmatism – EU Enlargement from a German Perspective"
Am Dienstag, den 27.01.2026, lud das EZBW zum zweiten Webinar im Rahmen des laufenden Projekts „Becoming EU-ropean“ ein, diesmal unter dem Leitthema „Between Fatigue and Pragmatism – EU Enlargement from a German Perspective“.
Nach einem kurzen Rückblick auf das erste Seminar und einer Einführung in das Projekt thematisierten Lana Mayer und Axel Müller gemeinsam mit Nils Bunjes die deutsche Wiedervereinigung, auch als „stille EU-Erweiterung“ bezeichnet, und zeigten, wie die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR ebenso wie deren Integration in die Bundesrepublik Deutschland Gemeinsamkeiten, v.a. aber Unterschiede zu sonstigen EU-Erweiterungsprozessen aufweist. Anschließend wurde das geeinte Deutschland des 21. Jahrhunderts in den Blick genommen, wobei eine für viele Teilnehmende überraschende Heterogenität der BRD (bspw. mit Blick auf wirtschaftliche Entwicklungen, Lebensperspektiven und Parteipräferenzen je nach Region) offensichtlich wurde. Diese Reflexion bot den Teilnehmenden einen Anhaltspunkt, um vergleichbare Dynamiken in Ländern wie Kroatien, Bosnien und Herzegowina oder Serbien besser einordnen zu können.
Ein wesentlicher Bestandteil des Webinars waren die interaktiven Diskussionen im Plenum und in Breakout-Sessions. Die Diskussionsergebnisse zeigten, dass die EU zur Stabilisierung der Demokratie beiträgt, aber gleichzeitig Ängste vor Grenzen – auch innerhalb der EU – bestehen. Die Balkankriege sind in allen Ländern der Region bis heute ein zentrales Thema, weshalb auch über verlorenes Vertrauen und die Notwendigkeit von Stabilisierung gesprochen wurde.
Das modular aufgebaute Projekt, das von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wird, verfolgt das Ziel, den Dialog im Donauraum zu fördern. Es soll sowohl einen inhaltlichen Austausch zum EU-Erweiterungsprozess ermöglichen als auch Netzwerkaktivitäten über Landes- und Sektorengrenzen hinweg anstoßen. Im nächsten Schritt wird sich das Projekt der EU-Erweiterung aus der kroatischen Perspektive widmen und damit das erste Projektmodul abschließen, bevor in der nächsten Phase Vor-Ort-Aktivitäten in Osijek, Novi Sad und Tuzla stattfinden.
Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich gern für das nächste Webinar anmelden, das am 12.02.2026 um 11:00 Uhr stattfinden wird (Details hier). Wir freuen uns auf einen weiterhin spannenden und interaktiven Austausch!

