Welche Zukunft für das Elsass?
Wie EU-Förderung die Region Stuttgart voranbringt
Am 22.10.26 stellte sich das EUROPE DIRECT Stuttgart gemeinsam mit dem DFI Ludwigsburg und der LpB Ludwigsburg die Frage, welche Zukunft das Elsass als Verwaltungseinheit haben würde. Seit der Eingliederung des Elsass in die Region Grand-Est 2016 ist der Wunsch nach Eigenständigkeit ungebrochen. Wie der Journalist Julien Steinhauser berichtete, hatten die Elsässer bereits 2013 bei einem Referendum die Chance auf einen eigenen Status verpasst. 2021 entstand schließlich die Europäische Gebietskörperschaft Elsass mit besonderen Kompetenzen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Zweisprachigkeit.
Ein Gesetzentwurf der Abgeordneten Brigitte Klinkert geht nun weiter: Er sieht einen Sonderstatus vor, der die Zuständigkeiten von Département und Region vereint. Die Nationalversammlung stimmte im April 2026 überraschend zu, die Entscheidung des Senats steht noch aus.
Welche Chancen böte eine eigenständige Region Elsass für die Zusammenarbeit am Oberrhein? Darüber diskutierten Steinhauser, Stefan Seidendorf und Philipp Boetzelen. Trotz jahrzehntelanger Zusammenarbeit bestünden weiterhin zahlreiche Grenzhindernisse. Beispielhaft dafür stehe die seit Jahrzehnten geplante Wiedereröffnung der Bahnstrecke Colmar–Freiburg, die 2026 erneut gestoppt wurde.
Zur Sprache kam auch die elsässische Identität. Während 78 % der Bevölkerung eine Loslösung vom Grand-Est befürworten, verliert die elsässische Sprache zunehmend an Bedeutung. Für eine lebendige Grenzregion brauche es daher politischen Willen zur Zweisprachigkeit, aber auch mehr Offenheit und Austausch über die Grenze hinweg. Wir danken dem DFI Ludwigsburg und der LpB Ludwigsburg für die gelungene Kooperation.
Bilder: DFI Ludwigsburg

