Erfolgreicher Abschluss der Vortragsreihe „Europa 2025/2026 – Business as usual?“ an der Volkshochschule Stuttgart
Mit einer Veranstaltung zu den deutsch-französischen Beziehungen ist die Vortragsreihe „Europa 2025/2026 – Business as usual?“ des Europa Zentrums Baden-Württemberg an der Volkshochschule Stuttgart zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle der deutsch-französische Motor derzeit in Europa spielt – und wie tragfähig dieses Bild noch ist.
Dr. Stefan Schubert, Leiter des Europa Zentrums Baden-Württemberg, zeichnete die wechselvolle Geschichte der Beziehungen nach. Er widersprach der verkürzten Vorstellung einer reinen „Erbfeindschaft“ und betonte stattdessen die langen Phasen des Austauschs und des gegenseitigen Lernens. Die Annäherung nach 1945 sei nicht nur moralischer Neuanfang, sondern auch politisch-strategische Entscheidung gewesen.
Das Narrativ vom Motor der Integration ordnete Schubert kritisch ein. Neben Freundschaft und Versöhnung hätten stets nationale Interessen, Symbolik und politisches Kalkül eine Rolle gespielt. Kooperation zwischen Berlin und Paris sei selten selbstlos, aber oft wirkungsvoll gewesen.
Mit Blick auf aktuelle Differenzen – etwa in der Industrie-, Energie- und Verteidigungspolitik – zeigte er bestehende Spannungen auf und verwies auf die Ergebnisse des deutsch-französischen Ministerrats in Toulon im August 2025. Entscheidend sei, ob politische Absichtserklärungen mit konkreten Maßnahmen unterlegt würden. Die Diskussion machte deutlich: Die Zukunft des deutsch-französischen Verhältnisses hängt weniger von großen Gesten als von praktischer Umsetzungskraft ab.

