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Vorteile Europas als Spiegel für USA

Michael Moores „Invasion“ in Europa, die er im Film „Where to invade next“ dokumentierte und bei der er für sich und die USA verschiedene europäische Errungenschaften „eroberte“, war Gesprächsstoff im Rahmen der Talkreihe „filmZEITfilm“ mit dem Moderator Thomas Moritz Müller im Kommunalen Kino Esslingen am 14. April 2016.
Gesprächspartner nach der Filmvorführung waren der Stuttgarter-Nachrichten-Redakteur Michael Weißenborn (links) und der Direktor des Europa Zentrums Baden-Württemberg Florian Setzen (rechts), der sich erleichtert zeigte, mal bei einer Veranstaltung mitwirken zu können, in der nicht hauptsächlich europäische Krisen behandelt würden, sondern Errungenschaften.
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Michael Weißenborn, mit viel USA-Korrespondenten-Erfahrung ausgestattet, erklärte, warum der Film in den USA floppte und wie die Stimmung vor den US-Präsidentschaftswahlen ist. Moores Palette der „Eroberungen“ – von der Geschlechterquote in Aufsichtsräten in Island über die Arbeitnehmermitbestimmung in Deutschland, dem kostenlosen Uni-Abschluss in Slowenien bis hin zum heitereren Lebensgefühl in Italien – gaben im Anschluss Anlass auch für die Kinobesucher/-innen, die weitere Entwicklung in Europa und den USA zu bewerten und zu diskutieren. Eine Besucherin stellte die Frage nach einem eventuell fehlenden „Narrativ“, das in Europa fehlte, etwas, womit sich auch junge Europäer/-innen identifizierten. Ein europäisches Gefühl sei schon da, vor allem, wenn sich Europäer/-innen im Ausland befänden, wie Weißenborn und Setzen meinten. Offen blieb, wie stark diese Identifikation mit Europa jeweils wirklich sei in der Bevölkerung und wie dringend sie für eine gemeinsame Weiterentwicklung des Kontinents gebraucht werde. Der komplette Rückzug aufs Nationale oder Regionale sei keine Lösung, war man sich einig.