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Musikkulturen Europas: Unbekanntes Belgien

Dies ist die erste Veranstaltung der neuen Reihe „Musikkulturen Europas“, die sich in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Musiktheorie der Musikschule Leinfelden-Echterdingen etablieren soll. LehrerInnen und SchülerInnen der Musikschule Leinfelden-Echterdingen stellen die Musik des jeweiligen Landes vor; ein Vertreter des Europa Zentrum wird entsprechende Hintergrundinformationen zu diesem Land geben.

Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist, den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Musikkultur und deren Bedeutung für unsere heutige, moderne Gesellschaft in den Fokus zu rücken.

Den Auftakt in dieser neuen Reihe bildet das Land Belgien. Nach einer kurzen politisch-landeskundlichen Einführung in das Land Belgien werden ausgewählte Komponisten vorgestellt und Ausschnitte aus ihren Werken zu hören sein. Den Abschluss bildet ein landestypischer Imbiss.

Gedanken zur Reihe
„Musikkulturen Europas“

Das Motiv

Musik als etwas Fertiges, Beständiges gibt es nicht. Wer sie authentisch, unverfälscht und unmittelbar hören möchte, ist darauf angewiesen, dass sie von neuem gemacht wird. Dies gilt im Besonderen für die europäische Musik, deren vielfältiger Reichtum nur dadurch erlebbar wird und bleibt, indem die dazu nötigen Kulturtechniken weiterhin erlernt und praktiziert werden.
Seit Jahren ist die enorme Anziehungskraft zu beobachten, welche viele junge Menschen aus aller Welt in unsere Musikausbildungsstätten führt. Die von außen kommende Wertschätzung gegenüber unseren europäischen Musikkulturen unterstreicht deren Attraktivität und ist gleichzeitig für uns eine große Herausforderung. Wir stehen nämlich damit in der Pflicht, der latenten, manchmal auch offenen Entfernung und Entfremdung von unserer eigenen Musikkultur entgegen zu treten und durch bewusste und gezielte Aufklärung umzusteuern.
Die Reihe „Musikkulturen Europas“ soll hierzu einen kleinen Beitrag leisten. Wie eingangs erwähnt wurde, zum Wesen der Musik gehört, dass sie gemacht wird – erlebbar vom Einzelnen, in der Gruppe, privat oder öffentlich!

Die Idee

Wenn etwas in Vergessenheit gerät, geschieht dies meist schleichend, unbeabsichtigt und ohne Ziel. Will man vermeiden, dass die kulturellen Wurzeln und Fundamente für den modernen Menschen an Bedeutung verlieren und Entfremdung von elementaren Sinngehalten und Verlust von Orientierung, von Gefühl der Herkunft sich breit machen, dann muss eine Neubesinnung einsetzen.
Es liegt an uns, den Staub der Geringschätzung von den Grundzügen der europäischen Musikkultur zu entfernen und mit einem neugierigen Bewusstsein die Schätze und das Potential der Musik „Made in Europe“ neu zu entdecken.
Ins Zentrum rücken dabei unwillkürlich die Lust am Spielen und das Spiel selbst. Wer spielt oder singt, macht sich frei, geht auf innere Entdeckungsreise, übt das Empfinden, entwickelt Gefühl für Gestalt, für Zusammenhänge, für Dimensionen, für Rhythmen usw. Er begegnet sich und möglicherweise anderen, die zuhören. Diese Art der ästhetischen Praxis kann jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten erlernen, vollziehen und pflegen, z. B. an einer Musikschule. Die Musikkulturen Europas bieten hierfür hervorragende Spielräume.

Das Konzept

In regelmäßigen Abständen sollen die Meilensteine der europäischen Musikkulturen in einer Veranstaltung, die jeweils auf ein Thema zugeschnitten ist, in den Fokus gerückt und dabei das Motto Europas „In Vielfalt vereint“ aufgegriffen werden.
Die Kooperation mit einem Partner wie dem Europa Zentrum Baden-Württemberg bietet die Gelegenheit, mit dem Sachverstand, der Erfahrung und der Sichtweise einer kompetenten Einrichtung die Veranstaltungsreihe zu bereichern und Informationen über das jeweilige Land aus zuverlässiger Quelle einbringen zu können.

Durch die Darbietung einer breiten Palette von Instrumental- und Vokalmusik in Verbindung mit einführenden und begleitenden Worten und durch die Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern aus unterschiedlichen Fachbereichen sollen vielfältige und dennoch thematisch geprägte Programme realisiert werden.

Das Logo

Das graphische Symbol der Achtelnote gehört zu den zweifellos schönsten Zeichen, die die einmalige Schriftlichkeit der europäischen Musikkulturen repräsentieren. Für unsere Veranstaltungsreihe wurden der Notenkopf und der Notenhals im Blau der europäischen Flagge eingefärbt. Die zwölf gelben Sterne schmücken den ovalen Notenkopf und erinnern somit an das nach alten europäischen Überlieferungen entstandene Sinnbild der Vollständigkeit, Vollkommenheit und Einheit. Sie symbolisieren darüber hinaus auch das jedem Musiker bekannte Quinten-Zyklogramm, welches die Grundbeziehungen tonartlicher Verwandt-schaften wiedergibt.

Durch die Stilisierung der Notenfahne zu einer Landesflagge wird zum einen auf das jeweils thematisierte Land hingewiesen und zum anderen dessen Zugehörigkeit zu Europa unterstrichen, ganz im Sinne von Vielfalt und Einheit zugleich.

Die Themen

Mit einem Programm über das „Unbekannte Belgien“ wird die neue Reihe über die europäischen Musikkulturen eröffnet. In der weiteren Folge sind Veranstaltungen geplant, die durchaus auch besondere Themen innerhalb der Musikgeschichte und Kultur eines Landes berücksichtigen. Es kann sich dabei beispielsweise um herausragende musikalische Gattungen, spezielle Besetzungen oder Einflüsse handeln, die vom jeweiligen Land ausgegangen sind oder noch ausgehen.
Allen Vortragsabenden wird jedoch der verbindende Gedanke zugrunde liegen, die Eigenheiten und die wesentlichen Ausprägungen des Europäischen in den Musikkulturen dieses Kontinents offen zu legen und sie sicht- bzw. hörbar zu machen.

Joachim Spohn (Fachbereich Musiktheorie)

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Zeit: 30. April 2016 19:00